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Hepatitis-B-Risiko bei Therapiewechsel: Warum Tenofovir wichtig bleibt

27. Mai 2026

Kategorie: medikamente

Datum: 2026-05-27

Quelle: Clinical Infectious Diseases

Primärquelle: https://doi.org/10.1093/cid/ciag322

Link: https://doi.org/10.1093/cid/ciag322

Kurzfassung:

Immer mehr Menschen nutzen HIV-Therapien oder die PrEP ohne den Wirkstoff Tenofovir. Das kann jedoch das Risiko erhöhen, dass eine bestehende Hepatitis-B-Infektion wieder aktiv wird oder eine neue Infektion entsteht. Das Risiko hängt stark vom individuellen Status der Hepatitis-B-Serologie ab. Durch gezielte Tests, Impfungen und eine engmaschige Kontrolle lassen sich diese Risiken jedoch gut minimieren.

Warum ist das wichtig für Menschen mit HIV?

Für Menschen, die ihre HIV-Therapie anpassen möchten (zum Beispiel wegen der Verträglichkeit oder für eine einfachere Handhabung), ist das Thema Hepatitis B entscheidend. Eine Therapieentscheidung sollte nicht nur die HIV-Unterdrückung im Blick haben, sondern auch den Schutz der Leber berücksichtigen, um die langfristige Gesundheit ganzheitlich zu sichern.

Details:

Tenofovir ist ein zentraler Bestandteil vieler HIV-Medikamente, da es gleichzeitig gegen HIV und Hepatitis B wirkt. Wenn Tenofovir durch andere Wirkstoffe ersetzt wird (sogenannte „Tenofovir-sparing Regimes“), fehlt dieser zusätzliche Schutz gegen Hepatitis B. Das Risiko einer Reaktivierung (das Wiederaufflammen des Virus) oder einer Neuinfektion ist individuell sehr unterschiedlich und hängt vom bisherigen Status der Infektion ab. Experten betonen, dass vor einem Wechsel unbedingt der Hepatitis-B-Status geprüft werden muss. Durch Impfungen und eine genaue Überwachung der Leberwerte nach dem Wechsel kann das Risiko effektiv kontrolliert werden.

Was ist noch unklar?

Die genaue Höhe des Risikos und die genauen Mechanismen variieren je nach Person. Es gibt noch Wissenslücken darüber, wie sich die Risiken in verschiedenen klinischen Szenarien genau unterscheiden, was weiteren Forschungsbedarf signalisiert.

Begriffe kurz erklärt:

ART (Antiretrovirale Therapie): Die medikamentöse Behandlung von HIV.

* PrEP (Präexpositionelle Prophylaxe): Eine medikamentöse Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion.

* Tenofovir-sparing: Medikamentenpläne, die den Wirkstoff Tenofovir nicht enthalten.

* Reaktivierung: Das Wiederaufflammen eines bereits im Körper vorhandenen, aber bisher inaktiven Virus.

* HBV-Serologie: Bluttests, die zeigen, ob eine Person eine Hepatitis-B-Infektion hat oder immun gegen das Virus ist.

Quellen:

- Primärquelle: https://doi.org/10.1093/cid/ciag322

- Hinweis: DOI im Artikel gefunden.