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Sexuell übertragbare Infektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, unter täglicher oder ereignisbezogener PrEP

5. Oktober 2026

Kategorie: studien

Datum: 2026-10-05

Quelle: Open Forum Infectious Diseases

Primärquelle: https://doi.org/10.1093/ofid/ofag643

Link: https://doi.org/10.1093/ofid/ofag643

Kurzfassung:

Eine australische Studie untersuchte, ob die Art der PrEP-Einnahme – also täglich oder nur bei Bedarf – das Risiko für bakterielle Geschlechtskrankheiten beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass Nutzer der ereignisbezogenen PrEP bei der Erstuntersuchung seltener Infektionen hatten. Im weiteren Verlauf der Beobachtung gab es jedoch keinen Unterschied in der Rate der Neuerkrankungen zwischen den verschiedenen PrEP-Modellen.

Warum ist das wichtig für Menschen mit HIV?

Da PrEP zwar sehr effektiv vor HIV schützt, aber nicht vor bakteriellen Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhoe, ist die Wahl des Einnahmemodus für die allgemeine sexuelle Gesundheit relevant. Die Studie verdeutlicht, dass die Wahl der PrEP-Methode allein kein Schutz vor anderen STIs bietet.

Details:

Die Untersuchung umfasste über 3.000 PrEP-Nutzer in Melbourne. Bei der ersten Untersuchung (Baseline) wiesen Nutzer der ereignisbezogenen PrEP eine geringere Rate an Infektionen mit Chlamydien, Gonorrhoe oder Syphilis auf als Nutzer der täglichen PrEP. Dieser Unterschied wurde primär durch niedrigere Werte bei Gonorrhoe-Infektionen bestimmt. Betrachtet man jedoch die Inzidenz (die Häufigkeit von Neuerkrankungen über einen Zeitraum), unterscheiden sich die Gruppen nicht signifikant. Das bedeutet, dass das Risiko für eine neue bakterielle Infektion unabhängig von der Einnahmemethode ähnlich hoch ist.

Was ist noch unklar?

Die geringeren Infektionsraten bei der Erstuntersuchung der ereignisbezogenen PrEP-Nutzer scheinen eher mit deren allgemeinem Risikoprofil (z. B. Lebensstil oder Anzahl der Partner) zusammenzuhängen als mit der Art der Medikamenteneinnahme selbst. Zudem sind die Ergebnisse spezifisch für die untersuchte Gruppe in Australien.

Begriffe kurz erklärt:

PrEP (Pre-Exposure Prophylaxis): Eine medikamentöse Vorbeugung, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

* Ereignisbezogene PrEP (Event-driven PrEP): Eine Form der PrEP, bei der die Medikamente nur gezielt um sexuelle Kontakte herum eingenommen werden.

* Inzidenz: Die Anzahl der Neuerkrankungen in einer Gruppe innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

* MSM: Abkürzung für "Men who have sex with men" (Männer, die Sex mit Männern haben).

Quellen:

- Primärquelle: https://doi.org/10.1093/ofid/ofag643

- Hinweis: DOI im Artikel gefunden.